Dienstag, 21. November 2023

33. Woche im Jahreskreis

Stundenbuch: 1. Woche Bd. Im Jahreskreis

47. Kalenderwoche

Lesung (2 Makk 6,18-31)

Ich hinterlasse ein leuchtendes Beispiel, wie man mutig und mit Haltung f√ľr die heiligen Gesetze eines sch√∂nes Todes stirbt


18


In jenen Tagen
   war unter den angesehensten Schriftgelehrten Eleásar,
ein Mann von hohem Alter und edlen Gesichtsz√ľgen.
Man sperrte ihm den Mund auf
   und wollte ihn zwingen, Schweinefleisch zu essen.
19
Er aber zog den ehrenvollen Tod einem Leben voll Schande vor,
ging freiwillig auf die Folterbank zu
20


und spuckte das Fleisch wieder aus.

In solcher Haltung mussten alle herantreten,
   die sich standhaft wehrten zu essen, was man nicht essen darf
   - nicht einmal um des geliebten Lebens willen.

21






Die Leute, die bei dem gesetzwidrigen Opfermahl Dienst taten
¬†¬†¬†und die den Mann von fr√ľher her kannten,
   nahmen ihn heimlich beiseite
und redeten ihm zu,
¬†¬†¬†er solle sich doch Fleisch holen lassen, das er essen d√ľrfe,
   und es selbst zubereiten.
Dann solle er tun, als ob er von dem Opferfleisch esse,
   wie es der König befohlen habe.
22


Wenn er es so mache,
   entgehe er dem Tod;
weil sie alte Freunde seien,
¬†¬†¬†w√ľrden sie ihn mit Nachsicht behandeln.

23







Er aber fasste einen edlen Entschluss,
¬†¬†¬†wie es sich geh√∂rte f√ľr einen Mann,
   der so alt und wegen seines Alters angesehen war,
¬†¬†¬†in W√ľrde ergraut,
der von Jugend an vorbildlich gelebt
   und - was noch wichtiger ist -
   den heiligen, von Gott gegebenen Gesetzen gehorcht hatte.
So erklärte er ohne Umschweife,
   man solle ihn ruhig zur Unterwelt schicken.

24



Wer so alt ist wie ich,
   soll sich nicht verstellen.
Viele jungen Leute könnten sonst glauben,
   Eleásar sei mit seinen neunzig Jahren
¬†¬†¬†noch zu der fremden Lebensart √ľbergegangen.
25


Wenn ich jetzt heucheln w√ľrde,
   um eine geringe, kurze Zeit länger zu leben,
¬†¬†¬†w√ľrde ich sie irreleiten,
   meinem Alter aber Schimpf und Schande bringen.
26


Vielleicht k√∂nnte ich mich f√ľr den Augenblick
   der Bestrafung durch die Menschen entziehen;
doch nie, weder lebendig noch tot,
   werde ich den Händen des Allherrschers entfliehen.

27
Darum will ich jetzt wie ein Mann sterben
¬†¬†¬†und mich so meines Alters w√ľrdig zeigen.
28



Der Jugend aber hinterlasse ich ein leuchtendes Beispiel,
   wie man mutig und mit Haltung
¬†¬†¬†f√ľr die ehrw√ľrdigen und heiligen Gesetze
   eines schönen Todes stirbt.
Nach diesen Worten ging er geradewegs zur Folterbank.

29



Da schlug die Freundlichkeit,
   die ihm seine Begleiter eben noch erwiesen hatten,
   in Feindschaft um;
denn was er gesagt hatte,
¬†¬†¬†hielten sie f√ľr Wahnsinn.

30




Als man ihn zu Tod pr√ľgelte,
   sagte er stöhnend:
   Der Herr mit seiner heiligen Erkenntnis weiß,
   dass ich dem Tod hätte entrinnen können.
Mein Körper leidet qualvoll unter den Schlägen,
¬†¬†¬†meine Seele aber ertr√§gt sie mit Freuden, weil ich ihn f√ľrchte.

31



So starb er;
durch seinen Tod hinterließ er nicht nur der Jugend,
   sondern den meisten aus dem Volk
¬†¬†¬†ein Beispiel f√ľr edle Gesinnung
   und ein Denkmal der Tugend.

Antwortpsalm (Ps 3,2-3.4-5.6-7 (R: vgl. 6b))

Kv Der Herr nimmt sich meiner an. - Kv

2
Herr, wie zahlreich sind meine Bedränger; *
so viele stehen gegen mich auf.

3
Viele gibt es, die von mir sagen: *
¬ęEr findet keine Hilfe bei Gott.¬Ľ - (Kv)

4
Du aber, Herr, bist ein Schild f√ľr mich,¬†*
du bist meine Ehre und richtest mich auf.

5
Ich habe laut zum Herrn gerufen; *
da erhörte er mich von seinem heiligen Berg. - (Kv)

6
Ich lege mich nieder und schlafe ein, *
ich wache wieder auf, denn der Herr besch√ľtzt mich.

7
Viele Tausende von Kriegern f√ľrchte ich nicht,¬†*
wenn sie mich ringsum belagern. - Kv

Evangelium (Lk 19,1-10)

Der Menschensohn ist gekommen, um zu suchen und zu retten, was verloren ist


1
In jener Zeit
   kam Jesus nach Jéricho
   und ging durch die Stadt.
2
Und siehe, da war ein Mann namens Zachäus;
er war der oberste Zollpächter und war reich.
3

Er suchte Jesus, um zu sehen, wer er sei,
doch er konnte es nicht wegen der Menschenmenge;
   denn er war klein von Gestalt.
4
Darum lief er voraus und stieg auf einen Maulbeerfeigenbaum,
   um Jesus zu sehen, der dort vorbeikommen musste.

5


Als Jesus an die Stelle kam,
   schaute er hinauf
und sagte zu ihm: Zachäus, komm schnell herunter!
Denn ich muss heute in deinem Haus bleiben.

6
Da stieg er schnell herunter
   und nahm Jesus freudig bei sich auf.
7

Und alle, die das sahen,
   empörten sich
und sagten: Er ist bei einem S√ľnder eingekehrt.

8



Zachäus aber wandte sich an den Herrn
und sagte: Siehe, Herr,
   die Hälfte meines Vermögens gebe ich den Armen,
und wenn ich von jemandem zu viel gefordert habe,
¬†¬†¬†gebe ich ihm das Vierfache zur√ľck.

9

Da sagte Jesus zu ihm:
   Heute ist diesem Haus Heil geschenkt worden,
   weil auch dieser Mann ein Sohn Abrahams ist.
10
Denn der Menschensohn ist gekommen,
   um zu suchen und zu retten, was verloren ist.